Zuerst eine kurze Erklärung, weshalb „Vor Oort“?
Ruhrort hieß ursprünglich „Ruhr-oort“, wobei „Oort“, hochdeutsch „Ort“, Spitze bedeutet und damit
die „Ruhrspitze“ als Landzunge am Einfluss der Ruhr in den Rhein benennt. Unser Projekttitel
markiert also eine Verortung an der Schnittstelle vom Ruhrgebiet und dem Rheinland.
A propos „Verortung“...
Verortung ist auch ein wesentlicher Teil der Projektarbeit mit den beteiligten Jugendlichen. Was
klingen mag wie eine Fundierung, wird – nach dem Shutdown – im Gegenteil eine Öffnung. Wo bin
ich hier? In meinem Kinderheim, wieder in meinem Jugendclub, in meiner Gruppe. Wie stehen
aber diese bereits eine Vogelperspektive weiter miteinander im Bezug? Das Schifferkinderheim
und die Hafenkids teilen sich gemeinsam die historische Nikolausburg, die einen oben, die
anderen unten, zugänglich nur von verschiedenen Straßen. Man muss sich so nicht begegnen.
Und nur zwei Straßen um die Ecke liegt das Lokal Harmonie. Nicht jede*r wird es kennen, nur
wenige waren bisher drin. Noch eine Flughöhe weiter werden sichtbar die Stadtteile Kasslerfeld,
Mitte und Hochfeld diesseits des Rheins, Homberg, Rheinhausen, Baerl jenseits. Je dahinter der
Niederrhein und das Ruhrgebiet. Und die Verläufe der Ruhr und des Rheins. Nur ein vorläufiges
Ende der Vogelperspektive. Bis zu dem aber wollen wir gelangen. Auch ganz konkret.
Bau von Möbeln und Skulpturen aus Transportpaletten
mit Rüdiger Eichholz Die Workshops Skulpturen- und Möbelbau entwickelte sich zu einer kleinen, langlebigen Werkstatt bei den Ruhrorter Hafenkids, wo die Teilnehmer*innen sich Möbel und Skulpturenfür Ihre eigenen vier Wände oder als Geschenke für die Familie bauten. Dies haben wir, da es noch viele Wünsche gab, auch in 2025 fortgesetzt. Nachdem im ersten Durchgang noch Möbel für den dauerhaften Eigenbedarf der Ruhrorter Hafenkids entstanden, trug sich die Inspiration und das handwerkliche Vermögen nun weiter in Richtung individueller eigener Produkte und es wurden Pflanzkübel für den Außenbereich angefertigt.Festivalpartizipation
mit Rüdiger Eichholz Eine besondere Festivalpartizipation fand erneut in Kooperation mit unserem PartnerKulturprojekte Niederrhein e.V. statt! Wieder einmal beim Haldenfest auf der Halde Norddeutschland in Moers, in Sichtweite von Ruhrort auf der anderen Rheinseite LINK und bei einem Konzert des Höfefestivals am Schirrhof in Kamp-Lintfort. Die Vor-Oort-Jugendlichen hospitierten beim Aufau und der Betreuung der Gäste und (last but not least) Abbau und Aufräumen bis zuletzt. Allen auftretendenMakeup- und Maskenworkshop „Faces of Fantasy“
mit Fiona Fabulous Im Workshop „Faces of Fantasy“ erkundeten die Teilnehmenden kreative Ausdrucksmöglichkeiten durch Make-up und Maskengestaltung. Sie entwickelten eigene Figuren und Identitäten und setzten diese künstlerisch um. Der geschützte Rahmen ermöglichte es insbesondere, Selbstbewusstsein und individuelle Ausdruckskraft zu stärken. Gleichzeitig wurden Grundlagen gestalterischer Techniken vermittelt.Kostüm- und Modeworkshop
mit Agnieszka Dutkiewicz und Fiona Fabulous Die Teilnehmenden entwarfen und gestalteten eigene Kostüme und setzten sich dabei mit Materialien, Formen und Farben auseinander. Der Workshop verband handwerkliche Fertigkeiten mit künstlerischem Ausdruck. Besonders die Präsentation der Ergebnisse stärkte das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen. Die gemeinsame Arbeit förderte zudem Teamgeist und gegenseitige Unterstützung.Filmgeschichte: Nosferatu mit Live-Musik
mit Piettro Pittari Dieser Workshop vermittelte grundlegende Kenntnisse zur Filmgeschichte anhand der Vorführung des Stummfilms „Nosferatu“. Die live eingespielte Musik machte die Wirkung von Filmmusik unmittelbar erfahrbar. Die Teilnehmenden setzten sich mit der Verbindung von Bild und Klang auseinander. So wurde ein niedrigschwelliger Zugang zur Filmkunst geschaffen.Afrikanische Musik
mit Linus Ntoso Im Workshop zur afrikanischen Musik erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Rhythmus, Gesang und kulturelle Hintergründe. Durch praktisches Musizieren wurden Gemeinschaftsgefühl und Ausdruckskraft gefördert. Die Kinder und Jugendlichen konnten neue musikalische Erfahrungen sammeln und eigene kreative Beiträge einbringen. Der Workshop stärkte interkulturelle Kompetenzen.Podcast in Rathäusern
mit Klaus Steffen und Fiona Fabulous Die Teilnehmenden lernten die Grundlagen der Podcast-Produktion kennen – von der Themenfindung bis zur Aufnahme. Dabei entstanden eigene Beiträge, die sich mit ihrem Lebensumfeld und ihren Perspektiven beschäftigten. Der Workshop förderte Medienkompetenz und sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Zudem wurde die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen angeregt.Filmkunstworkshop „Midnight in Ruhrort“
mit Agnieszka Dutkiewicz, Fiona Fabulous und Ömer Pekyürek In diesem Workshop erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Entstehung eines Kurzfilms – von der Idee bis zur Umsetzung. Sie konnten verschiedene Rollen am Filmset kennenlernen und selbst ausprobieren. Kreative Prozesse wurden verständlich vermittelt und praktisch erfahrbar gemacht. Der Workshop stärkte Teamarbeit sowie künstlerisches und technisches Verständnis.Winterfest mit den Ruhrorter Hafenkids
mit Rüdiger Eichholz und Fiona Fabulous Das Winterfest stellte einen gemeinschaftlichen Höhepunkt des Projekts dar, bei dem die Teilnehmenden aktiv eingebunden waren. Sie gestalteten Programmpunkte mit und präsentierten ihre Ergebnisse aus vorherigen Workshops. Das Fest förderte Gemeinschaftssinn und soziale Teilhabe. Gleichzeitig wurde ein Raum für Begegnung und Austausch geschaffen.Kinderküche für alle
mit Thomas Machoczek und den Ruhrorter Hafenkids Im Rahmen der Kinderküche bereiteten die Teilnehmenden gemeinsam Speisen zu und lernten grundlegende Kochtechniken. Der Workshop förderte praktische Alltagskompetenzen sowie Teamarbeit. Besonders der gemeinsame Verzehr stärkte das Gemeinschaftsgefühl. Zudem wurde ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln vermittelt.
Das Lokal Harmonie ist Teil des 2010 zum sog. „Kreativ.Quartier“ ernannten Stadtteils Ruhrort und engagiert sich mit impulsgebenden künstlerischen und soziokulturellen Projekten für seine Entwicklung. Zugleich ist es aktiv in regionalen Netzwerken und Projekten an der Schnittstelle der (Kultur-)Regionen Niederrhein und Ruhrgebiet.
Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Duisburg und dem Caritasverband Duisburg. Als Teil der Jugendhilfe orientiert sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit an den Maßstäben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes.
Wir sind der Dachverband aller katholischen Jugendverbände in der Stadt Duisburg.
Mit unserer Arbeit erreichen wir über 5.000 Kinder und Jugendliche und mehr als 450 ehrenamtliche Leiterinnen und Leiter im Duisburger Stadtgebiet. Gruppenleben, Projekte, demokratisches Verständnis, Mitbestimmung, gemeinsames Miteinander und Ferienfreizeiten zeichnen unsere Jugendverbandsarbeit in den Gemeinden, Wohnquartieren und auf Stadtebene aus.
Das Zentrum für Kultur Hochfeld (ZK) ist seit Frühjahr 2022 ein offener und unabhängiger Ort für alle Menschen im Stadtteil und darüber hinaus. Getragen wird das ZK durch den gemeinnützigen Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V.